Die Protagonisten

Der majestätische Rolls

Der majestätische Rolls

Ein Rolls Royce Corniche Cabriolet von 1984 – also aus der Serie I, die bis 1987 gebaut wurde. Er stammt noch aus einer Zeit, in der Rolls Royce den Stolz der englischen Autoindustrie repräsentierte. Der Hubraum des ehrwürdigen V8 wurde damals zwar exakt mit 6.750 ccm angegeben – wahrscheinlich eine Forderung des gestrengen Fiskus – bei der Leistungsangabe hielt man sich jedoch vornehm bedeckt. Sie wurde vom Werk schlicht mit „ausreichend“ beziffert. Benannt nach der wunderschönen Küstenstraße bei Monaco, basiert dieses außergewöhnliche, bei Mulliner Park Ward als Coupé und Drophead Coupé (Cabriolet) gebaute Automobil auf dem Silver Shadow. Die Dreigang-Automatik kommt aus den Regalen von General Motors und passt in ihrer Charakteristik hervorragend zum Wagen. Seinen unvergleichlichen Komfort verdankt er allerdings einem kontinentalen Hersteller, der eine Lizenz zum Bau der pneumatischen Dämpfer nach England verkaufte: Citroën. Wie geschaffen für eine beschauliche Picknick-Tour…

Der Morgan Plus 4

Der Morgan Plus 4

Ein Morgan Plus 4 von 2011. Ebenfalls ein englischer Klassiker – sogar der definitiv letzte englische Klassiker, denn darüber hinaus gibt es keine britische Autoindustrie mehr… Morgan allerdings entwickelt und baut weiter – familiär geführt in dritter Generation. Von unserem Morgan sind natürlich sämtliche technischen Daten bekannt. In ihrer Charakteristik haben beide Autos auf den ersten Blick absolut nichts gemeinsam. Luxus-Sänfte gegen knallharten Sportwagen.

Dennoch finden wir bei genauerem Hinsehen durchaus Parallelen: nicht nur, dass beide offen gefahren werden – der Morgan immer, der Rolls bei so schönem Wetter wie heuer zu Christi Himmelfahrt. Der Zeitwert ist bei beiden Fahrzeugen in etwa identisch. Beide sind echte Hingucker, wobei die Zielgruppe sich doch deutlich unterscheidet. Das führt dazu, dass so gut wie kein Passant am Straßenrand sich der Faszination eines unserer Schätzchen entziehen kann – jeder nach seiner Faςon… Technisch ist der royale Oldtimer deutlich fortschrittlicher – Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum im Gegensatz zu einer hinteren Starrachse mit Blattfedern und hinteren Trommelbremsen beim Morgan. Außerdem wurde der Rolls erst ab 1971 gebaut, der Morgan seit 1936, mit einem marginalen Facelift 1954. Bei beiden Wagen ist davon auszugehen, dass sich auch die Enkel und Urenkel der jetzigen Besitzer noch an ihnen erfreuen werden, denn sie sind für die Ewigkeit gebaut. Kurzum – eigentlich passen sie gut zusammen.

Der Treffpunkt

Das Hotel „Gastwerk“ – Hamburgs allererstes Designhotel in Hamburg Bahrenfeld. Nur gut 2 Kilometer von der Elbchaussee entfernt und innerhalb von 3 Minuten von der Ausfahrt Bahrenfeld (A7) erreichbar. Mit seinem restaurierten Rotklinker-Industriebau harmoniert das ehemalige Gaswerk auf wunderbare Weise mit den Automobilen (https://www.gastwerk.com/).

Der Rolls folgt uns

Der Rolls folgt uns

Die Route

Vom – wegen des stattfindenden Derbys etwas überstrapazierten – Hotel-Parkplatz aus an der Elbchaussee entlang nach Westen; vorbei am Willkomm Höft in Wedel, der traditionellen Schiffsbegrüßungsanlage, die alle auf der Elbe einfahrenden Schiffe mit ihrer Landeshymne beschallt (http://www.schulauer-faehrhaus.de/willkomm-hoeft-schiffsbegrusungsanlage). Dann durch die Haseldorfer Marsch mit ihren wunderschönen Reetdachhäusern und den unzähligen Einkehrmöglichkeiten – vom urigen Bio-Hofcafé bis zum lauschigen Gartenlokal. Doch wir hatten ein anderes sehr traditionelles Ausflugsziel im Sinn – abseits der Durchfahrtstraße sehr versteckt gelegen: den Sportboothafen Haseldorf (http://haseldorfer-marsch.de/haseldorf/hafen/index.html). Hier, in der Fischbude „Röökerkist“, gibt es sowas von leckere Fischbrötchen – wie geschaffen für einen zünftigen Vatertagsausflug! Natürlich mit autogeeigneten Durstlöschern…

Und hinten gibts die Fischbrötchen

Und hinten gibts die Fischbrötchen

Weiter ging es, dem Elbverlauf gen Mündung folgend, Richtung Westen bis nach Glückstadt – einem echten Kleinod (https://www.glueckstadt.de/). Die Stadt wurde 1617 vom Dänenkönig Christian IV., zugleich auch König von Norwegen und Schleswig-Holstein, gegründet. Zu jener Zeit war der heutige Hamburger Stadtteil Altona übrigens die zweitgrößte Stadt Dänemarks – gleich nach Kopenhagen.

Warten auf die Fähre

Warten auf die Fähre

Wer nicht der ersten Beschilderung Richtung Fähre folgt, sondern durch den Stadtkern fährt, kann Glückstadt in seiner ganzen Pracht erleben und kommt trotzdem auf geradem Weg zur Fähre Glückstadt-Wischhafen (http://www.elbfaehre.de/), unserem nächsten Etappenziel. Wider Erwarten war trotz des Super-Ausflugswetters relativ wenig los, sodass sich die Wartezeit in Grenzen hielt.

Die Fähre wird geentert

Die Fähre wird geentert

Nach der Überfahrt folgten wir von Wischhafen aus dem Obstmarschenweg zurück gen Osten – also Richtung Heimat. Wem nach anstrengender Kreuzfahrt der Sinn nach einem kleinen Picknick stehen sollte, der müsste nur von der Bundesstraße 495 gleich nach der Überquerung von zwei kleinen Wasserarmen scharf nach links in die Hafenstraße abbiegen. Dort – am  idyllischen Wischhafener Moorkanal – findet sich ein idealer, einsamer, traumhaft gelegener Picknickplatz…

Das Picknick

Das passende Zubehör im Kofferraum

Das passende Zubehör im Kofferraum

Denn: was ist schon ein Vatertag ohne ein angemessenes, leckeres Picknick?! Und wenn man schon mal einen Rolls Royce dabei hat, kann man schließlich auch erwarten, dass er eine passend gemusterte Decke, einen stilvollen Picknickkorb sowie für Weicheier ein paar Angelhocker mit sich herumkutschiert. Wir wurden nicht enttäuscht – unsere Freunde kredenzten uns delikates Gebäck nebst einer isoliertgekühlten Flasche Champagner. Naja, an den standesgemäßen Gläsern müssen wir noch arbeiten…

Emily hat eine tragende Rolle

Emily hat eine tragende Rolle

Dennoch – ein wunderschöner Abschluss eines ebensolchen Vatertags-Ausfluges, denn bei Stade trennten sich unsere Wege wieder und wir fuhren – links abbiegend – mit unserem Mogie gemütlich durch pittoreske Orte an der Elbe entlang nach Hause.