Mercedes 300 SLR

Mercedes 300 SLR

Sonderschau Mille Miglia 1955. In diesem Jahr wären wir beinahe mit dabei gewesen – auf der Mille Miglia. Nein, nicht als Teilnehmer, sondern mit unserem Morgan als Presse-Begleitfahrzeug. Ein Freund hatte sich angemeldet und uns gebeten, ihn zu begleiten. Ziel der Aktion sollte sein, ein ganz spezielles Buch über die Mille Miglia 2016 zu schreiben, mit ihm im Fokus: Ich, mein Porsche und die Mille Miglia 2016…  Das wäre ein wundervolles Projekt gewesen! Leider gab es auch in diesem Jahr wieder deutlich mehr Anmeldungen als Startplätze – und damit für unseren Freund lediglich einen Platz auf der Warteliste. Na, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr…

Daran musste ich natürlich mit leiser Wehmut denken, als ich auf der diesjährigen Techno Classica in der Pressekonferenz von der S.I.H.A.-Sonderausstellung über die Mille Miglia 1955 erfuhr. Ehrensache, dass ich der diesem Ereignis einen kleinen Artikel widme!

Am 1. Mai 1955 wurde in Brescia der Startschuss abgegeben für den damals 3. Lauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft. Aber nicht nur Profis stellten sich der 1.597 Kilometer langen Prüfung, sondern – wie schon in den Vorjahren – auch zahlreiche Amateure. Was die Organisatoren vor eine kaum zu bewältigende Aufgabe stellte. 534 Starter nahmen die Herausforderung an – immerhin 279 von ihnen passierten die Zielflagge!

Ganz bemerkenswert ist in meinen Augen dabei die Tatsache, dass etliche Fahrer sich ohne Co-Piloten auf die Strecke wagten. Einerseits womöglich, um Gewicht zu sparen. Doch eine Rallye ohne Navigationsunterstützung? Ohne einen Mechaniker, der bei technischen Problemen helfen konnte? Das hätte ich sicher nicht getan. Aber – verglichen mit jenen harten Jungs – bin ich halt ein Weichei und bekennender Warmduscher…

Unter den ersten 10 Plätzen im Gesamt-Klassement fanden sich immerhin 5 Solofahrer! Nicht zu schlagen war allerdings Sterling Moss mit seinem Beifahrer Denis Jenkinson in einem Mercedes 300 SLR des Mercedes Rennteams mit einer Zeit von sagenhaften 10:07:48:000 Stunden. Gut eine halbe Stunde später erreichte die Rennfahrer-Legende Juan Manuel Fangio (als Solofahrer!) das Ziel und wurde immerhin Zweiter.

Das Cockpit des 300 SLR

Das Cockpit des 300 SLR

Ebenfalls in einem Werks-Mercedes 300 SLR. Dieser Wagen mit der Startnummer 658 – eine Leihgabe des Mercedes-Benz-Museums –

Ferrari 750 Monza

Ferrari 750 Monza

war ebenso zu bewundern wie der Ferrari 750 Monza, mit dem – ebenfalls als Solist – der Italiener Sergio Sighinolfi den sechsten Platz errang. Als zweitbester Ferrari-Pilot.

Übrigens standen unter den zehn Besten im Gesamtklassement fünf Mercedes 300 SLR/SL. Was für eine Dominanz!

Maserati A6 GCS

Maserati A6 GCS

Vierter wurde wieder ein Solo-Fahrer: der Italiener Francesco Giardini auf einem Maserati A6GCS,

Die Seitenlinie auch von hinten ein Gedicht

Die Seitenlinie auch von hinten ein Gedicht

der neben dem Achtplatzierten – Porsche 550 Spyder des deutschen Porsche Teams Seidel/Glöckler – präsentiert wurde.

Porsche 550 Spyder

Porsche 550 Spyder

Der aufgeräumte Arbeitsplatz des 550 Spyder

Der aufgeräumte Arbeitsplatz des 550 Spyder

Ferner gab es noch einen Lancia Aurelia GT zu bestaunen.

Lancia Aurelia GT

Lancia Aurelia GT

Ob es sich dabei allerdings um das Fahrzeug handelte, das Carlo Croce auf Platz 18 pilotierte, vermag ich nicht zu sagen. Die Sonderschau Mille Miglia 1955 zeigte uns überhaupt lauter faszinierende Boliden –

Fiat 8V

Fiat 8V

auch den Fiat 8V Zagato, den Osca MT4 1500 oder Maserati 300 S.

Der wunderschöne Maserati 300 S

Der wunderschöne Maserati 300 S

der Arbeitsplatz im Maserati 300 S

der Arbeitsplatz im Maserati 300 S

So ein MM-Starensemble wird schwerlich an anderer Stelle zu bestaunen sein… Wie gern hätte ich dies nicht in Essen, sondern in Brescia getan. Oder – noch besser – in artgerechter Bewegung auf der Strecke!