Bentley hinter Blättern

Bentley hinter Blättern

Wie lässt sich auf dem Gelände des historischen Wasserschlosses Dyck die größte automobile Gartenparty Deutschlands, die heuer zum 11. Male stattfand, neu erfinden?  Wie können die Organisatoren dem stetigen Wachstum des Events gerecht werden? Wie kann den Besuchern immer wieder etwas Neues geboten werden? Die Köpfe der Veranstalter – des Vereins Classic Days e.V. und der gleichnamigen Oldtimer- und Motorsport GmbH – rauchten bestimmt heftig. Denn es galt, auf den Erfolg des Jubiläumsevents im Vorjahr noch einen draufzusetzen…

Neidvoll erkennen wir an: Das ist gelungen! Die natürlichen Grenzen des Wachstums – bedingt durch die Endlichkeit des wunderschönen Schlossparks – hat man einfach dadurch überwunden, dass das Innere des Rundkurses durch eine mobile Brücke nutzbar gemacht wurde. Hier fand sich z.B. das Zelt des Auktionshauses Coys, das am Samstag eine große Auktion mit mehr als 80 Losen organisiert hatte.

Ansonsten war das Konzept wie immer professionell durchdacht und bis ins Detail ausgeklügelt.

Eins der zahlreichen Sponsorenzelte

Eins der zahlreichen Sponsorenzelte

Man trifft sich halt bei den Classic Days – die Sponsoren ihre Kunden, die Bentley Boys des Benjafield Racing Club ihre alten Kumpel, die Markenclubs die gleichgesinnten Freunde – heuer immerhin 7.600! Und die mehr als 40.000 Besucher ihre Rennfahrer-Idole, ihre Lieblings-Oldtimer – beinahe 480!

Gute Ratschläge von Gleichgesinnten

Gute Ratschläge von Gleichgesinnten

Zahlreiche der gutgelaunten, sommerlich gekleideten Gäste nutzten einfach die Gelegenheiten zum Flanieren, Fachsimpeln, Autogramme jagen, sich an den dargebotenen Leckereien erfreuen oder einfach ein stilgerechtes Picknick zelebrieren.

Picknik und Chillen im Schlosshof

Picknik und Chillen im Schlosshof

Folgen Sie uns doch jetzt einmal jeweils zu einem kleinen Rundgang an den zwei Tagen:

Anfahrt im Morgan GTN

Anfahrt im Morgan Aero 8 GTN

Unsere Anfahrt zum Gelände gestalteten wir auch in diesem Jahr wieder sehr stilvoll – in einem Morgan Aero 8 GTN, von dem als straßentaugliche Version des Rennwagens nur 11 Exemplare existieren. Nicht, dass wir uns hier etwa mit fremden Federn schmücken möchten… Der GTN gehört einem guten Freund, der auch traditionell für den Morgan Club die Stellfläche auf dem Miscanthusfeld organisiert, die diesmal sehr zentral zwischen der Schlossallee und  Bertha-Benz-Allee lag. So wurde sein GTN – neben 61 anderen Morgan – viel fotografiertes Automodel am ersten Tag.

Bristol 411

Bristol 411

Das erste Vehikel, das mir sofort ins Auge stach, war ein wunderschöner und doch gestalterisch sehr dezenter Bristol 411, der nicht erst seit Elisabeth George`s Kult-Inspektor Thomas Lynley zu meinen absoluten Lieblings-Klassikern zählt.

Noch kein Klassiker - Der Speedback GT

Noch kein Klassiker – Der Speedback GT

Der lange Weg zum Pressezentrum führte auch noch an einem anderen ganz spannenden Auto vorbei – einem Speedback GT, einer Neuinterpretation des Aston Martin DB 5 auf Jaguar-Basis. Er stand zwar neben einem Alfa Montreal, aber ein DB 5 fand sich nur unweit entfernt.

Aston Martin DB 5

Aston Martin DB 5

Das Pressezentrum im Schloss ist sowieso sehr schwer – und am besten mit Scheuklappen – zu erreichen, da der Blick ständig abgelenkt wird ob der dargebotenen Preziosen wie eben jenem DB 5 – auch einem meiner Lieblinge.

MG Tojeiro vor Jaguar XK 120 C Barou

MG Tojeiro vor Jaguar XK 120 C Barou

Dann entdeckte ich – ja, es dauert, bis man im Pressezentrum ankommt – zwei ganz seltene Prachtstücke, die einsam und allein neben der Schlossmauer parkten und auf ihren Einsatz warteten: einen MG Tojeiro Leonhard neben einem Jaguar XK 120 C Barou. Sie gehörten zu den „Racing Legends“, die auch – auf dem Dreiecks-Kurs artgerecht bewegt – zu bewundern waren.

Blick in den Schlosshof

Blick in den Schlosshof

Allein der mittlere Schlosshof, an dem der Zugang zum Pressezentrum liegt, bietet alles, was das Klassikerherz höher schlagen lässt. Also: jetzt noch schnell am schneeweißen Lotus MK VIII vorbeimogeln und dann ab in die erfrischend kühle Atmosphäre der Anlaufstelle für alle angereisten Journalisten. Mittlerweile kennt man sich.

Lotus MK VIII vor der Pressestelle

Lotus MK VIII vor der Pressestelle

Der geneigte Besucher darf sich übrigens gar keinen Illusionen hingeben. Zwei Tage Schloss Dyck reichen lange nicht aus, um wirklich alles in Augenschein zu nehmen. In Bezug auf interessante Veranstaltungen lohnt ein Blick in das auf Westentaschengröße gefaltete Programm, aus dem sich jeder seine persönlichen Highlights rauspicken kann. Ansonsten unser Rat fürs nächste Jahr: lassen Sie sich einfach treiben, schauen Sie sich um und genießen Sie die besondere Atmosphäre.

Bentley

Bentley

Um wenigstens einen halbwegs kompletten Überblick zu bekommen, gehen meine Frau und ich (bei den Classic Days) mit unseren Kameras grundsätzlich getrennte Wege. Und als ich dabei zum ersten Mal die neue Brücke überquerte, ließ gerade der Benjafield Racing Club auf der Strecke seine großvolumigen Maschinen brüllen. Immer wieder eines der absoluten Highlights. Auf der Brücke zu verweilen ist zwar verboten, um die Menschenmassen halbwegs im Fluss zu halten. Doch für ein paar schnelle Fotos reicht die Zeit natürlich aus. Und aus dieser Perspektive entstehen halt völlig neue Bilder.

Titel - das Coys-Auktionszelt

Das Coys-Auktionszelt

Neben dem großen Zelt von Coys Auctions entdeckte ich dann noch den Renault Paddock, wo neben alten Renault Renn- und Rekordwagen, die ich noch nie gesehen hatte, auch der Alpine Vision stand, der im kommenden Jahr in den Handel kommen soll. Eine Hommage an den legendären A 110. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich noch nicht geschrieben habe.

Alpine A 110 auf dem Miscanthus Feld

Alpine A 110 auf dem Miscanthus Feld

Daneben sah ich das charakteristische Orange des Jägermeister Rennteams leuchten. Eine Farbe, die ab den 70er-Jahren bis zur Jahrtausendwende auf den Rennstrecken omnipräsent war.

Eine Hommage an Jägermeister

Eine Hommage an Jägermeister

Unter den Preziosen entdeckte ich auch das BMW CSL Coupé  von Prinz Leopold von Bayern, den meine Frau glücklicherweise auf der Strecke im Startbereich abgelichtet hatte – so ergänzt man sich halt…

Vespa Club Colonia startet

Vespa Club Colonia startet

Den aus meiner Jugend noch so vertrauten 2-Takter-Duft bekam ich in die Nase, als der Vespa Club Colonia zu einer kleinen Rundfahrt startete. Natürlich waren die Damen und Herren bei der Ausfahrt stilvoll gewandet. Und einen Sturzhelm trug man damals auch nicht immer. Schließlich ist so ein Hut als Kopfbedeckung ungleich kleidsamer.

Einer spontanen Eingebung folgend, verbrachte ich den Rest des Nachmittags bei der Coys-Auktion. Aber auch das ist eine andere Geschichte, die noch folgen wird…

Auch Walter Röhrl heizte um den Kurs

Auch Walter Röhrl heizte um den Kurs

Am nächsten Morgen spurtete ich erst einmal an die Strecke, um ein paar Autos abzulichten, deren Fahrer sichtlich Spaß daran hatten, die Oldies um den Kurs zu bewegen. Auch die alten Renn- und Rallyelegenden wie Walter Röhrl, „Strietzel“ Stuck oder Jochen Mass ließen sich wieder nicht zweimal bitten.

Der Fahrer des Bizzarini hat sichtlich Spaß

Der Fahrer des Bizzarini hat sichtlich Spaß

Oder der Fahrer dieses seltenen Bizzarini GT Strada.

Die Monoposti auf der Strecke

Die Monoposti auf der Strecke

Zu den Höhepunkten zählten sicherlich auch die Formel-Rennwagen und der Mercedes-Benz Classic Sonderlauf.

Mercedes 630 K von 1928

Mercedes 630 K von 1928

Es ist halt etwas komplett anderes, als die Wagen nur im Stand zu bewundern… Und so nah wie auf Schloss Dyck kommt man den Boliden auf einer Strecke sonst nirgendwo. Auch das macht den Reiz dieser Veranstaltung aus.

America goes Schloss Dyck

America goes Schloss Dyck

Nun wird es aber Zeit für einen kleinen abschließenden Rundgang mit meiner Frau, bevor wir wieder den Heimweg antreten. So entdeckten wir das Thema „Amerika“ sowohl automobil als auch musikalisch.

Nicht nur die Musik war stilecht

Nicht nur die Musik war stilecht

Fasziniert verweilten wir bei den akrobatischen Tanzeinlagen einer Rock`n Roll-Truppe, um uns dann den optischen Höhepunkten zuzuwenden: den „Jewels in the Park“, die am Vortag bereits den kritischen Augen des Schiedsgerichtes der „FIVA“ standhalten mussten.

Musik und akkrobatische Tanzeinlagen

Musik und akkrobatische Tanzeinlagen

Das Schloss selbst bildet dafür eine so malerische Kulisse, dass man es ganz automatisch als Hintergrund für die Fotos nutzt – und sei es als Spiegelung im makellosen Lack eines Talbot Lago.

Spiegelung des Schlosses in einem Talbot Lago

Spiegelung des Schlosses in einem Talbot Lago

Immer wieder treffen wir „alte Bekannte“ aus den Vorjahren wie dieses einmalige „Blechdach-Kabriolett“ mit Eclipse-Karosserie von Peugeot aus dem Jahre 1934. Denn: Nicht Mercedes hat’s erfunden!

Wer hats erfunden - die Franzosen

Wer hat’s erfunden – die Franzosen

Vorbei an den liebevoll in Szene gesetzten Gespannen der Camping-Freunde ging es dann – nach zwei ereignisreichen Tagen mit – wie fast immer – Traumwetter zurück zum Auto, als wir doch noch etwas entdeckten:

Warnhinweise am Schlossgraben

Warnhinweise am Schlossgraben

den Warnhinweis am Schlossgraben, der natürlich völlig unnütz aufgestellt war, wenn man sich die davor geparkten Autos anschaute…

Die Amphicars brauchen keine Warnung

Die Amphicars brauchen keine Warnung