Traditionell beginnt die Techno Classica am Mittwoch um 11 Uhr (ct) mit der Pressekonferenz und damit verbunden der Vorfreude auf die anschließende Beköstigung der Journaille mit Köstlichkeiten aus dem Schlosshotel Hugenpoet. Zeit genug ist ja – die Pforten der Ausstellung öffnen sich zwar erst um 14 Uhr für die gespannt wartendende Journalistentraube, dafür aber pünktlich.

Helmut Eberlein bei der Pressekonferenz

Helmut Eberlein bei der Pressekonferenz

So geschehen auch in diesem Jahr bei der 27. Auflage. Mit 1.250 Ausstellern aus 30 Nationen und erwarteten 190.000 Besuchern der größte Oldtimer Handelsplatz und das größte Oldtimer Clubtreffen der Welt. Diesmal wollte ich mir die Highlights anschauen, die allerschönsten Exponate der Messe. Nicht unbedingt persönliche Highlights der Techno Classica 2015, sondern die der Aussteller – allesamt gute Bekannte. Entweder durch Begegnungen oder ihre Präsenz in der Zeitschrift Motor Klassik. Also ließ ich mir auf den jeweiligen Ständen den ganz besonderen Wagen zeigen, mit dem sich die Aussteller auf unserem Blog präsentieren wollten. Es sollten Fahrzeuge mit einer besonderen Historie sein; mit interessanten Umbauten; besonders seltene, oder wertvolle Exemplare; oder schlicht die Lieblinge der Händler, die ihnen besonders ans Herz gewachsen sind.

Ferrari 330 GTC  - einer der schönsten Wagen seiner Zeit

Ferrari 330 GTC – einer der schönsten Wagen seiner Zeit

Mein Rundgang führte mich zuerst zu Ferrari Eberlein. Seit der Rallye in Memorial Rudolf Caracciola vor zwei Jahren, die von Helmut Eberlein gesponsert und einigen seiner Autos begleitet wurde, ein guter Bekannter. Das Unternehmen beschäftigt sich neben dem Neuwagenverkauf schon sehr lange mit der Restauration klassischer Ferrari und darf seit Jahren das „Certificato di autenticità “ für klassische Modelle ausstellen. Nachdem das Team um Helmut und Jarmo Eberlein als Partner von Ferrari Classiche die Wagen auf Herz und Nieren geprüft und die Originalität festgestellt haben, erfolgt die Zertifizierung in enger Zusammenarbeit mit Ferrari in Maranello.

Instrumentierung des Ferrari 330 GTC

Instrumentierung des Ferrari 330 GTC

Natürlich war der Star auf dem Stand der 1956er Ferrari 250 GT Boano, den wir aber noch in einem gesonderten eigenen Bericht vorstellen wollen. Deshalb widme ich mich hier dem Ferrari 330 GTC von 1967 mit der Chassis-Nr. 10629. Dieser Ferrari basiert auf dem gekürzten Chassis des Ferrari 275 und gilt als eines der schönsten Autos seiner Zeit! Die Typenbezeichnung entspricht dem Hubraum eines Zylinders des „Colombo“ V12.

Der Colombo V12 im Ferrari 330 GTC

Der Colombo V12 im Ferrari 330 GTC

Von 1966 bis 1968 wurden 600 Exemplare dieses Modells gebaut. Wie etliche Fahrzeuge dieser Serie ging auch dieser Bolide zunächst in die USA. Kontakt sowie nähere Informationen unter: http://www.ferrari-eberlein.de/.

Sandra Kowalski von Classics2drive

Sandra Kowalski von Classics2drive

Der nächste Stand, den ich besuchte, gehört ebenfalls einer guten Bekannten. Sandra Kowalski postete bereits in unserem Morgan Blog eine sehr schöne Story über ihre Reise mit einem Morgan Threewheeler nach Schottland: http://www.morgan-news.de/mit-dem-three-wheeler-drei-wochen-durch-schottland/. Sie wohnt im belgischen Brügge und handelt mit Oldtimern: Classics2drive.

Das Delahaye Drophead Coupé

Das Delahaye Drophead Coupé

Da ich im Laufe des Rundgangs noch jede Menge auf Hochglanz poliertes Blech sehen sollte, widmeten wir uns auf ihrem Stand einem echten Scheunenfund im Originalzustand, einem Delahaye Drophead Coupé von Abbey Coachworks, dessen Historie gut nachzuvollziehen ist. Gebaut wurde es 1937.

Die Instrumentierung des Scheunenfundes

Die Instrumentierung des Scheunenfundes

Als Rechtslenker, wie die Mehrheit der zeitgenössischen hochwertigen französischen Wagen. 1943 erwarb ein William Fisher Tipping das Fahrzeug. Er behielt es viele Jahre und zog mit ihm nach Irland, wo der Delahaye – nachdem er länger als 20 Jahre stillgelegt war – vor kurzem tatsächlich in einer Scheune gefunden wurde. Informationen unter: http://classics2drive.com/showroom/135-m-drophead-barnfind.

Der Messestand von The Gallery

Der Messestand von The Gallery

Wohl berühmtester klassischer Autohandel der Niederlande ist The Gallery in Brummen. Nico Aaldering präsentiert dort auf 3 Etagen hunderte von Traum-Klassikern nahezu wie in einem Museum. Grund genug für uns, es als ein Ziel auf unserer Hochzeitsreise im letzten September auszuwählen.

Der Dino 246 GT - für mich einer der schönsten Sportwagen überhaupt

Der Dino 246 GT – für mich einer der schönsten Sportwagen überhaupt

Bei der Vielzahl der Autos auf dem Stand war ich gespannt darauf, welchen Wagen ich mir anschauen sollte: den 73er Dino 246 GT in ausgezeichnetem Zustand und einem sehr seltenen Ferrari-Orange. Das ist übrigens die Originalfarbe! Der Wagen kommt aus zweiter Hand und hat erst 63.000 Kilometer auf dem Tacho. Bei seinem letzten Besitzer befand er sich seit 1984.

Der klassische Innenraum mit verchromter Schaltkulisse

Der klassische Innenraum mit verchromter Schaltkulisse

Details unter: http://www.thegallerybrummen.nl/de_DE/autobedrijf/collectie/9270503/details.html. Für mich war der Dino immer ein Traumwagen, weil er in meiner Jugend als normaler „Gebrauchtwagen“ noch bezahlbar war. Jetzt hat es sich ausgeträumt.

Kofferraum hinter dem Mittelmotor

Kofferraum hinter dem Mittelmotor

Die Preisentwicklung guter „Dinos“ in den letzten Jahren ist so steil nach oben geschossen, dass unter 300.000 € keiner mehr zu haben ist und auf der Messe zum Teil sogar mehr als 400.000 € aufgerufen wurden.

Der Messestand von Steenbuck Automobiles

Der Messestand von Steenbuck Automobiles

Mein nächster Anlaufpunkt war ein uns sehr gut bekannter Händler, der oft Ziel einer Ausfahrt mit unserem Morgan ist, weil er – von Hamburg aus schnell erreichbar – auf einem Hof in der Lüneburger Heide residiert: Steenbuck Automobiles. Inhaber Reinhard Sachse überlegte nicht lange und zeigte auf einen Wagen, der mir in der Ecke seines Standes bereits ins Auge gefallen war: einen spanischen Pegaso Z 102 Berlinetta Coupé Panoramica von 1955.

Der Pegaso Z 102

Der Pegaso Z 102

Die berühmte spanische Luxusmarke „Hispano Suiza“ wurde 1904 in Barcelona gegründet und produzierte in Spanien und Frankreich. Im zweiten Weltkrieg wurde die Produktion eingestellt und das Werk in Spanien nach Kriegsende durch General Franco verstaatlicht.

Der Innenraum des Pegaso Z 102

Der Innenraum des Pegaso Z 102

Das Unternehmen hieß jetzt ENASA und baute Nutzfahrzeuge unter dem Markennamen Pegaso. Aber man besann sich auch auf die Tradition der ehemaligen Luxusmarke, heuerte den Motorenkonstrukteur von Alfa Romeo, Ingenieur Wifredo Ricart, an, der den Z 102 entwickelte. Der Wagen trägt lupenreine Rennsportgene in sich und wird von einem Alu-V8-Motor mit 4 obenliegenden Nockenwellen sowie vier Doppel-Fallstromvergasern angetrieben.

Der herrliche V8 des Pegaso

Der herrliche V8 des Pegaso

Die ursprünglich angedachte Form war allerdings eher plump geraten, sodass sich zahlreiche Karosseriefirmen um elegantere Lösungen bemühten, die jedoch allesamt kleine Stückzahlen brachten. Von dem angebotenen Fahrzeug wurden überhaupt nur 8 Stück ausgeliefert. Näheres unter: http://www.steenbuck-automobiles.de/.

Der Wagen mit der besonderen Historie - das Alfa Romeo 6 C 2500 Coupé

Der Wagen mit der besonderen Historie – das Alfa Romeo 6 C 2500 Coupé

Den Abschluss des ersten Tages bildete noch ein echtes Highlight auf dem Stand von „Thiesen Automobile Raritäten“. Das Unternehmen mit Firmensitz in Hamburg befindet sich übrigens in fußläufiger Entfernung von uns in der Griegstraße. Auf einem kleinen Podest stand – unübersehbar – ein dunkelrotes 1939er Alfa Romeo 6 C 2500 Coupé von Touring in perfekt restauriertem Zustand. Das wirklich Besondere an dem Wagen ist aber seine wechselvolle Historie, die so auch hätte verfilmt werden können.

Auch innen perfekt das Alfa Romeo 6 C 2500 Coupé

Auch innen perfekt das Alfa Romeo 6 C 2500 Coupé

Zunächst ein kurzer zeitgeschichtlicher Abriss: Bis 1943 stand Diktator Benito Mussolini an der Spitze seines faschistischen Regimes in Italien. Dann wurde er von oppositionellen Kräften gestürzt und verhaftet. Nach der Festnahme am 28. Juli: Internierung auf der Insel Ponza und am 7. August auf dem Marinestützpunkt La Maddalena vor Sardinien. Da hier ein deutscher Zugriff drohte, ordnete die Badoglio-Regierung am 28. August schließlich seine Verlegung in das Hotel Campo Imperatore im Gran-Sasso-Massiv an, wo ihn am 12. September ein Kommandounternehmen deutscher Fallschirmjäger (Unternehmen Eiche) befreite. Mussolini kehrte bereits am 23. September 1943 zurück nach Italien und gründete mit einigen Vertrauten am Gardasee nahe Salo ein neues Kabinett.

Bequemer Einstieg in den Fond

Bequemer Einstieg in den Fond

Am 24. April 1945 überschritten die Alliierten den Po. Am nächsten Tag brach in Mailand ein Aufstand kommunistischer und sozialistischer Partisanen aus, dem der in Auflösung befindliche faschistische Staatsapparat nicht mehr gewachsen war. Mussolini floh mit seiner langjährigen Geliebten Claretta Petacci in dem besagten Alfa Romeo nach Norden. Am 27. April jedoch wurde die Fahrzeugkolonne, in der sich auch Mussolini befand, am Comer See von kommunistischen Partisanen gestoppt. Trotz einer Verkleidung wurde er erkannt, festgenommen und am nächsten Tag kurzerhand erschossen.

Den Alfa Romeo konfiszierten die Amerikaner und brachten ihn über den Atlantik, wo er Jahrzehnte später in einer Scheune wiederentdeckt und zunächst im Museum des Imperial Palace in Las Vegas ausgestellt wurde. Seit 1998 befindet sich der Wagen wieder in Europa und wurde in Italien aufwändig restauriert. Kontakt unter: http://www.thiesen-kg.de/kontakt.html.

Der 300 SL der Familie Rosier

Der 300 SL der Familie Rosier

Neuer Tag, neue Eindrücke… Der erste Standbesuch galt der Firma Rosier, die in Oldenburg einen regen Neuwagenhandel betreibt – unter anderem als Werksvertretung von Mercedes.
Ende der 80er Jahre kaufte die Familie einen Mercedes 300 SL aus Amerika, der Anfang der 90er wieder dorthin zurückging. In den USA wurde er erheblich umgebaut und landete vor wenigen Monaten in seinem jetzigen Zustand wieder auf dem Markt. Thomas Rosier erwarb den Wagen und stellte überrascht fest, dass tatsächlich der ehemalige „Familien-300 SL“ zurückgekehrt war.

Ganz neuer Look - die Instrumententafel des 300 SL

Ganz neuer Look – die Instrumententafel des 300 SL

Mittlerweile hatte er jedoch eine komplett neue Innenausstattung und sein Dach wurde um 3 cm „gechoppt“, neudeutsch für „flacher gemacht“.

Viel Liebe zum Detail - sogar der Überrollbügel ist verkleidet

Viel Liebe zum Detail – sogar der Überrollbügel ist verkleidet

Der Motor wurde leistungsgesteigert sowie Front und Heck modifiziert. So entstand – wenn auch zulasten der Originalität – ein Unikat, das zum Traumauto des Besitzers avancierte.

Der leistungsgesteigerte Motor im 300 SL

Der leistungsgesteigerte Motor im 300 SL

Leider unverkäuflich, und zahlreiche Interessenten werden sagen: schade eigentlich.

Auch das Heck wurde modifiziert

Auch das Heck wurde modifiziert

Doch schließlich finden sich weitere Mercedes Klassiker von Rosier unter: http://www.rosier.de/fahrzeuge/classicsterne/classiccenteroldenburg.html.

Die Shelby Cobra 427 SC hat nichts zu verbergen

Die Shelby Cobra 427 SC hat nichts zu verbergen

Neben dem Stand von Rosier wurden die Angebote eines bekannten österreichischen Händlers präsentiert: Hödlmeier Classic Car Center. Das Gesicht des Unternehmens ist Oliver Bulant, der seit 30 Jahren in der Klassiker-Szene zuhause ist. Er zeigte mir eine der wenigen wirklich originalen Shelby Cobra 427 SC von 1965.

Das aus der berühmten Sammlung von Bruce Meyer in Beverly Hills stammende Auto überzeugt durch seinen perfekten Zustand. Zudem stehen in der Vita des durch einen 7 Liter „Side-Oiler-Ford Motor“ mit 484 PS angetrieben Boliden zahlreiche Rennsporteinsätze.

Der Innenraum mit dem Autogramm des Meisters

Der Innenraum mit dem Autogramm des Meisters

Von Beginn an war der AC Cobra eine Legende. Das ursprünglich von der englischen Firma AC entwickelte Modell Ace wurde von dem texanischen Rennfahrer-As Caroll Shelby für den Rennsport weiterentwickelt und mit großvolumigen V8-Maschinen ausgestattet. Bereits 1964 erreichte eine Cobra die Höchstgeschwindigkeit von 293 Stundenkilometern und erfuhr sich damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als schnellstes Straßenfahrzeug der Welt. Der 7-Liter-Motor der hier angebotenen Cobra stellte den motortechnischen Höhepunkt dar. 1966 wurde die Produktion eingestellt, doch die Cobra lebt in vielen Nachbauten weiter. Die wenigen übriggebliebenen Originale wurden mittlerweile zu begehrten Sammlerobjekten, deren Preise die Millionengrenze längst überschritten haben. Näheres unter: http://www.classiccarcenter.at/aktuell-im-angebot/personenkraftwagen/shelby-cobra-427-sc-1965/.

Der Stand von Kroymans auf der Techno Classica

Der Stand von Kroymans auf der Techno Classica

Die 1905 gegründete Firma Kroymans mit Sitz im nordholländischen Hilversum ist Importeur für viele Luxusmarken wie Aston Martin, Ferrari, Maserati oder Jaguar. Daneben gibt es eine Abteilung für den Verkauf klassischer Automobile: Kroymans Classic. Im Kundenauftrag bot Kroymans in Essen eines der extrem seltenen 1952er Ferrari 212 Inter Cabrios an.

Ästhetik pur - das Ferrari 212 Inter Cabrio

Ästhetik pur – das Ferrari 212 Inter Cabrio

Von 1951 bis 1952 entstanden insgesamt 84 Exemplare des Inter, mit unterschiedlichen Karosserien von Ghia, Pinin Farina und Vignale eingekleidet. Bei dem vorgestellten Modell handelt es sich um eines von nur vier „Vignale“, die als Cabriolet gebaut wurden. Nach Frankreich ausgeliefert, gehörte es dem Schauspieler David Niven. Das Inter Cabrio hat natürlich Matching Numbers und befindet sich in perfektem Originalzustand.

Originaler Innenraum mit Patina im Ferrari 212 Inter Cabrio

Originaler Innenraum mit Patina im Ferrari 212 Inter Cabrio

Da es nie komplett restauriert wurde, verfügt es über eine bezaubernde Patina, die den Wagen heute noch wertvoller macht. Sollte es bis dahin nicht verkauft sein, so wird es wahrscheinlich auf der diesjährigen Auktion in Pebble Beach im August unter den Hammer kommen.

Auch der Motor ist eine Augenweide

Auch der Motor ist eine Augenweide

Interessenten wenden sich bitte direkt an den Verkäufer: http://www.kroymans.nl/.

Der Stand von Brabus Classic

Der Stand von Brabus Classic

Auf dem Stand der Firma Brabus inspizierte ich eine Mercedes „Pagode“. Die Firma hat sich seit Jahrzehnten als Tuner hauptsächlich für Mercedes-Modelle einen Namen erworben. Im neuen Werk 4 in Bottrop jedoch entstehen ausschließlich perfekte Klassiker. Mir stellt sich die Frage, was an einer Pagode, von der zwischen 1963 und 1971 fast 50.000 Exemplare gebaut wurden, so außergewöhnlich ist. Vor allem verglichen mit dem bereits erwähnten Ferrari 212 Cabrio, von dem nur vier Exemplare existieren.

Die Mercedes 280 SL Pagode

Die Mercedes 280 SL Pagode

Aber Brabus Classic verfolgt eine ganz eigene Philosophie: Die Wagen werden nicht einfach restauriert, sondern schlichtweg in einen optimalen Neuwagenzustand versetzt, der mit den üblichen Classic Data Bewertungen nicht mehr messbar ist. 1+ reicht nicht aus, deshalb werden für die Wagen auch noch zusätzliche, darüber hinausgehende Zertifikate ausgestellt. Der hier gezeigte Mercedes 280 SL stammt aus dem Jahr 1969.

Auch der Innenraum ist im perfekten Neuzustand

Auch der Innenraum ist im perfekten Neuzustand

Unter absoluter Beibehaltung der Originalität wurde der Wagen völlig zerlegt und jede Schraube; jedes Teil, das nicht perfekt war, durch entsprechende Originalteile ersetzt. So hat er jetzt 0 Kilometer auf der Uhr. Und wie es sich für einen Neuwagen heutzutage gehört, gibt es eine 2-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung, dafür aber mit Mobilitätsgarantie. Das wäre doch ein perfekter Geschäftswagen… Einzelheiten sind nachzulesen unter: http://www.brabus.com/cars4sale/car_088C.html.

Der Stand von Axel Schütte

Der Stand von Axel Schütte

Zu den omnipräsenten Namen in der deutschen Klassikerszene gehört zweifelsohne Axel Schütte mit seiner Firma Fine Cars. Das hier präsentierte Ferrari 250 GT Pininfarina Cabriolet aus dem Jahr 1957 stammt aus der ersten Serie, von der zwischen 1955 und 1959 nur 40 Exemplare gebaut wurden.

Eine Augenweide - das Ferrari 250 GT Pininfarina Cabriolet

Eine Augenweide – das Ferrari 250 GT Pininfarina Cabriolet

1957 auf der IAA in Frankfurt erstmals vorgestellt, erwarb ihn der berühmt-berüchtigte Münchner Finanzmakler Rudolf Münemann von Auto Becker. Er schenkte ihn seiner Tochter Angela zum Geburtstag, die in den 60er Jahren zu den bekanntesten Mitgliedern der Münchener „Schickeria“ gehörte und vornehmlich in Adelskreisen verkehrte.

Der perfekte Innenraum des Ferrari

Der perfekte Innenraum des Ferrari

Den ursprünglich in weiß lackierten Wagen fuhr sie 22 Jahre und verkaufte ihn dann 1979 an Colin Crabbe, einen englischen Rennstallbesitzer und Autosammler.

Traumhafte Proportionen - auch von hinten

Traumhafte Proportionen – auch von hinten

Er restaurierte das Fahrzeug später und rüstete es auf Rechtslenkung um. Seit 1999 ist der 250 GT wieder zurück in Deutschland bei seinem jetzigen Besitzer, der ihn nochmals komplett restaurierte und wieder auf Linkslenkung umbaute.

Auch von vorn unverkennbar - der Mercedes 300 SL

Auch von vorn unverkennbar – der Mercedes 300 SL

Wenn Sie etwas über den Mercedes 300 SL wissen wollen, fragen Sie Heinz Kneissl. Seine Firma HK Engineering http://www.hk-engineering.de/ ist das wohl einzige Unternehmen, das sich ausschließlich dieser Ikone des deutschen Autobaus widmet. Angefangen hat jedoch alles mit seiner Liebe zu alten Autos. Und das zu einer Zeit, als heutige Klassiker noch auf dem Schrottplatz zu finden waren. Er erwarb und reparierte sie, sammelte, tauschte ein und konnte sich auf diese Art und Weise immer wertvollere Autos leisten – bis hin zu einem Mercedes 300 SL Roadster, mit dem er leider einen Unfall erlitt. Da er niemanden fand, der ihm das Auto fachgerecht und günstig reparieren konnte, suchte er sich zur Lösung dieser Aufgabe ein kleines,  fähiges Team zusammen. Ort des Geschehens: das Klostergut Polling in Oberbayern, das ihm – in erbarmungswürdigem Zustand – sein Vater geschenkt hatte.

Restauration in Perfektion - auch beim Motor

Restauration in Perfektion – auch beim Motor

Und das er mit der gleichen Sorgfalt, Leidenschaft und Liebe restaurierte, die er „seinen“ 300 SL angedeihen lässt. Mittlerweile ist der Betrieb gewachsen. Er verfügt über 50 Mitarbeiter sowie einen zweiten Standort in der Classic Remise in Berlin. Zurzeit werden allein im Klostergut 60 der wertvollen 300 SL restauriert.

Perfekt restauriert - der Innenraum des Alu 300 SL

Perfekt restauriert – der Innenraum des Alu 300 SL

Der interessanteste Wagen auf seinem Stand in Essen ist ein Mercedes 300 SL Flügeltürer aus dem Jahr 1955 – die Nummer 19 von nur 29 Fahrzeugen weltweit, die als Wettbewerbswagen mit einer leichten Aluminium-Karosserie ausgeliefert wurden. Die Gewichtsersparnis gegenüber der Stahlkarosserie beträgt immerhin 80 Kilogramm.

Stoffbezogene Rennsitze

Stoffbezogene Rennsitze

Dieser Flügeltürer nahm an zahlreichen Rennen teil, unter anderem mit der Startnummer 452 im Jahr 1956 und mit der Startnummer 432 im Jahr 1957 an der Mille Miglia. Ausgestattet mit Matching Numbers und Original-Papieren, befindet er sich in perfektem Zustand.

Leider nicht verkäuflich - das Bugatti Typ 57 S Cabriolet

Leider nicht verkäuflich – das Bugatti Typ 57 S Cabriolet

Ein Auto fiel mir bereits am Vorabend ins Auge, das ich mir als krönenden Abschluss meines Messebesuchs aufheben wollte. Die Schweizer Lukas Hüni AG http://www.lukashuniag.ch/ präsentierte einen wunderschönen Bugatti. In seiner auffälligen gelb-schwarzen Farbgebung erinnerte er mich an mein Lieblingsauto aus dem Louwman Museum, einen Bugatti Type 57 Roadster Grand Raid Gangloff http://classic-cars-news.de/eine-zeitreise-das-louwman-automuseum/.

Luxus pur aus dem Jahre 1937

Luxus pur aus dem Jahre 1937

Das eidgenössische Unternehmen betreut einen Sammler, der als „Eyecatcher“ diesen besonderen Bugatti Typ 57 S Cabriolet zur Verfügung gestellt hatte – mit Karosserie der britischen Firma Corsica Coachworks. Gebaut wurde er ursprünglich für den Rennfahrer Thomas Alastair Sutherland Ogilvy (‚Taso‘) Mathieson. Leider ist der Wagen nicht verkäuflich.

Der letzte Blick auf der Messe gilt dem 3,3 Liter 8-Zylinder

Der letzte Blick auf der Messe gilt dem 3,3 Liter 8-Zylinder

Was für ein Highligt zum Abschluß der diesjährigen Techno Classica!