Ohne Worte

Der Benjafield Racing Club – die legitimen Nachfahren der legendären Bentley Boys. Sie zählen alljährlich zu den Höhepunkten der Classic Days auf Schloss Dyck – die Mitglieder des „Benjafield Racing Club“ mit ihren donnernden Bentley-Ungetümen. Diesmal waren diese besonderen Enthusiasten mit 32 beeindruckenden Bentley und einigen anderen repräsentablen Marken auf eigener Achse ins Schloss gerollt. Sie kommen regelmäßig seit vielen Jahren – um zu feiern, sich zu treffen und auszutauschen oder einfach nur Spaß zu haben. Im VIP-Bereich und auf der Strecke.

Der Spaß stand eindeutig im Vordergrund

Der Spaß stand eindeutig im Vordergrund

Aber was ist das für ein Club und wer sind seine Mitglieder? Die clubeigene Homepage ist nicht besonders aussagekräftig. Weder was die Historie angeht noch in Bezug auf Aktualität. Sie ist einfach vorhanden und wohl eine Art lästiges Übel…

Adam auf der Strecke

Adam auf der Strecke

Also interviewte ich lieber auf Schloss Dyck Adam Singer. Adam war schon zwei Mal Chairman des Clubs und ist ein Kenner der Szene. Der Benjafield Racing Club ist der kleinste, elitärste und sicher auch skurrilste aller britischen Motorsport Clubs.

Adams Bentley - Peking-Paris inklusive

Adams Bentley – Peking-Paris inklusive

Um das Jahr 1990 herum gegründet, zählt er heute 86 Mitglieder, von denen eine gute Handvoll einen deutschen Pass in der Tasche hat. Man muss also nicht zwangsläufig Engländer sein, um dem Club anzugehören.

Einer der deutschen Mitglieder im Club

Einer der deutschen Mitglieder im Club

Ein weiterer deutscher Starter

Ein weiterer deutscher Starter

Was wird sonst erwartet? Dazu Adam Singer: „Einen Hang zu gutem Essen und gepflegten Getränken sollte man schon haben.“ Gut, diese Kriterien erfülle ich zweifelsohne. Und sonst? Die Liebe zum historischen Motorsport, die von allen Mitgliedern mit Hingabe zelebriert wird. Ein Vorkriegs-Bentley gehört meistens dazu. Jedenfalls besitzen 70% von ihnen ein solches Gefährt.

Auch ein Alvis war mit dabei

Auch ein Alvis war mit dabei

Majestätsbeleidigung - ein Alfa überholt innen

Majestätsbeleidigung – ein Alfa überholt innen

Da hapert es noch bei mir. Schade, das mit der Mitgliedschaft kann ich wohl knicken. Adam jedenfalls bewegt – neben seinem 1926er 3 Liter Bentley Supercharged – noch einen Chevron B8, einen MG B und einen Kurtis 500 auf den Rennstrecken dieser Erde.

Neben ausreichendem finanziellem Polster ist auch Zeit ein Attribut, das die Mitglieder auszeichnet. Denn ihre Passion leben sie exzessiv aus: Bei den Le Mans Classics haben wir sie selbst mehrfach erlebt – ohne zu ahnen, dass die Lenker vieler der dort startenden Bentley dem Club angehören könnten.

Le Mans Classics kurz vor dem berühmeten Start

Le Mans Classics kurz vor dem berühmeten Start

Bentley in Le Mans

Bentley in Le Mans

Daneben stehen sie noch in Silverstone, Goodwood oder am Nürburgring an der Startlinie. Oder sie fahren Rallyes überall auf der Welt. Adam war zum Beispiel auch schon bei der Rallye Peking – Paris im Teilnehmerfeld. Oder man fährt mal eben von London nach Kapstadt oder in die Türkei; startet in Russland oder Indien. Eigentlich sind sie das ganze Jahr auf – eigener – Achse…

Kurz vor dem Start

Kurz vor dem Start

was heißt hier Gentlemen

… was heißt hier eigentlich Gentlemen?

Los gehts

Los gehts …

Standortwechsel - die letzte Gerade vor dem Ziel

Standortwechsel – die letzte Gerade vor dem Ziel

Letzte Runde des Wochenendes

Letzte Runde des Wochenendes

Zum Thema „legitime Nachfahren der legendären Bentley Boys“: Natürlich gibt es zum einen oder anderen Mitglied verwandtschaftliche Beziehungen mehr oder minder enger Natur – Adam wusste von einem Großneffen zu berichten… Was aber auf jeden Fall zählt, ist der Spirit, der Geist der Bentley Boys. Und der ist spür- und erlebbar. Das Thema Mitgliedschaft kann ich wohl ohnehin abhaken – ob mit oder ohne alten Bentley.

Die Dimensionen eines Bentley können schon beeindrucken

Die Dimensionen eines Bentley können schon beeindrucken

Denn man kann sich nicht selbst um eine Mitgliedschaft bewerben, sondern wird gepflegt eingeladen. In diesen Kreisen kennt man sich halt und trifft sich mehrfach im Jahr zu den Höhepunkten der Rennsaison. Oder in „Good Old England“ zu glamourösem Dinner in „Black Tie“ gewandet im „Hatfield House“, „Tower of London“ oder „Hampton Court“…

Eins meiner persönlichen Lieblingsbilder

Eins meiner persönlichen Lieblingsbilder