Concours d‘ Elegance auf Schloss Bensberg. Nein – Schloss Bensberg im Bergischen Land hat keine herausragende Tradition wie die Villa d’Este in Bezug auf ihren Concours, der bis ins Jahr 1929 zurückreicht. Nicht einmal dessen Wiederbelebung in den 80ern kann als Maßstab herangezogen werden. Pebble Beach taugt auch nicht wirklich als Vergleich, denn dort werden erst seit 1950 die schönsten der schönen Autos prämiert. Aber wenn wir den Blick auf Tradition beiseiteschieben und nur auf das schauen, was anno 2014 im Hof des größten deutschen Barockschlosses geboten wurde, dann kann auch hierzulande der interessierte Besucher ins Schwärmen geraten – 800 Kilometer nördlich vom Comer See. Denn eines ist er auf jeden Fall, der Concours d‘ Elegance auf Schloss Bensberg – eine Klasse für sich!

Die komfortable Presse-Lounge

Die komfortable Presse-Lounge

Das Gebäude wurde zwischen 1703 und 1711 nach dem Vorbild von Schloss Schönbrunn erbaut, seine Haupt-Sichtachse ist exakt auf den Kölner Dom ausgerichtet. Heute gehört das zum Luxushotel umgebaute Ensemble zu den „Leading Hotels oft the World“ und „Schlossherr“ Thomas Althoff lud in diesem Jahr bereits zum 6. Mal die Hautevolee der automobilen Preziosen zur stilvollen Kürung der Allerschönsten in seinen Schlosshof ein.

Die Jury ist am Platz - die Siegerehrung kann losgehen

Die Jury ist am Platz – die Siegerehrung kann losgehen

Seine hochkarätig besetzte Jury unter Leitung von Dr. Franz-Josef Paefgen bewies bereits bei der Vorauswahl ein gutes Händchen und sprach die Einladungen gezielt aus. Man kennt sich halt in der Szene – gewiss als Vorstand/ CEO von Audi (Horch), Bentley und Bugatti. 43 einmalige, eigenwillige – zumindest seltene Fahrzeuge, Sonderkarosserien oder schlichtweg in ihrer Epoche wegweisende Automobile, sei es durch das verwendete Material oder einen besonders niedrigen cw-Wert, waren hier versammelt.

Der Maserati 450 S wird zum Photoshooting herausgeputzt

Der Maserati 450 S wird zum Photoshooting herausgeputzt

Am Samstag standen die Wagen noch gut behütet in der Schlossgarage und warteten darauf, von René Staud mit seinem Team in Szene gesetzt zu werden. Das richtige Licht, die richtige Position; ohne Stäubchen, das eine unerwünschte Reflexion auf der Karosserie hervorrufen könnte. Als Hintergrund wählte Staud in diesem Jahr roten Samt, um die edlen Exponate abzulichten.

Sie müssen noch aufs Photoshooting warten

Sie müssen noch aufs Photoshooting warten

Die Fotoausstellung war dann am Sonntagvormittag ab 11:00 Uhr im Ballsaal des Hotels zu bestaunen. Sie hätte so ungetrübt schön sein können, wenn denn die Bilder wie in einer Galerie präsentiert worden wären – mit professioneller Beleuchtung. Die sich gegenseitig überlagernden Reflexionen von Tages- und Kunstlicht, die bei der Ablichtung sorgsam vermieden wurden, trübten leider den Genuss des Betrachters. Aber nun waren die „Stars“ ja auch noch „live“ draußen zu bewundern.

Den wundervollen Bildern von René Staud mangelte es im Ballsaal an der richtigen Ausleuchtung

Den wundervollen Bildern von René Staud mangelte es im Ballsaal an der richtigen Ausleuchtung

Es konnte nur einen Sieger geben… zum Glück pro Kategorie!

Also traten die Wagen in acht Wertungs- sowie zehn Sonderkategorien an und buhlten um die Gunst der kritischen Jury. Trotzdem keine leichte Aufgabe, die Besten der jeweiligen Kategorie zu ermitteln!

Fast jeder Oldtimer stellte etwas ganz Besonderes dar. Insofern war es spannend, die automobilen Geschichten aus dem Munde der stolzen Besitzer zu hören. Am liebsten hätten wir alle Besitzer interviewt und ihre Wagen in sämtlichen Details fotografiert! Doch die wenigen Stunden, die bis zur Siegerehrung verblieben und die Tatsache, dass wir uns ihre Aufmerksamkeit mit der Jury, einigen Kollegen sowie interessiertem Publikum teilen mussten, erklärt unsere eher zufällige Auswahl. Außerdem kannten wir natürlich die Jury-Wertung nicht, sodass es eher glückliche Umstände waren, die uns zu dem einen oder anderen der späteren Sieger brachten.

Maserati 150 GT Spyder Vorstellung

Exklusiver geht es nicht! Bei diesem Traum eines Maserati handelt es sich nämlich um einen Prototyp – ein zweiter wurde nie gebaut. Nachdem der Maserati 150S auf Anhieb 1955 beim 500-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring siegte, beschloss man bei Maserati, eine straßentaugliche Version zu entwickeln. Das Ergebnis ist hier zu bewundern. Fantuzzi gestaltete die Karosserie. Chassis und Bremsen stammen direkt aus dem Rennsport – ebenso wie der Motor, der – laut Aussage seines stolzen Besitzers Andreas Mohringer – 195 PS leistet. Ganz besonders fallen neben den außergewöhnlichen Federn, die für die Öffnung von Koffer- und Motorraum sorgen, die liebevollen Details im Innenraum ins Auge.

Porsche 356 Pre-A Speedster Vorstellung

Knapp 200 Kilometer Rallye Historique bei gefühlt tropischer Hitze und wenig Schatten. Hinterher nicht die Möglichkeit, sich entspannt in den Liegestuhl zu fläzen und Beine wie Seele baumeln zu lassen. Stattdessen den Wagen wieder auf Hochglanz polieren, in der Garage das Fotoshooting über den Oldie ergehen zu lassen, um 5 Uhr aus den Federn, schließlich wartete der Concours – Heike Köppel und Ralf Ehlen hatten ein ganz schön anstrengendes Programm zu bewältigen. Dass dies für sie die erste Veranstaltung dieser Art war, sah man ihnen dank ihres souveränen Auftretens nicht an. Als Klassendritter der „Sanduhrklasse“ bei der Rallye räumten sie schon einmal den ersten Pokal ab. Der Rest sollte beim sonntäglichen Concours folgen – und wie! Ihr perfekt restaurierter Porsche Speedster gehört zur Vorserie, die speziell für den US-Markt konzipiert wurde. US Importeur Max Hoffmann hatte damals nicht nur den Mercedes 300 SL mit initiiert, sondern auch von Porsche ein Auto gefordert, das dort für 3.000 $ verkauft werden konnte. So ließ Porsche alles weg, was zum Fahren nicht unbedingt gebraucht wurde – und fertig war der Speedster.

Bentley Vorstellung

Das sehr eigenwillige Nummernschild bringt es an den Tag: „RAU 3“ steht für Rare And Unique. Nur 3 Käufer entschieden sich damals für die Karosserievariante von H.J. Mulliner – bei diesem Fahrzeug der griechische Reeder Goulandris, der den Wagen im Sommer 1953 in Empfang nehmen durfte. Das elegante, rechtsgelenkte Cabriolet zeigt einen bemerkenswerten und äußerst seltenen Originalzustand und wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen überschüttet. So kürte der Rolls-Royce Enthusiasts` Club den Wagen als „Most Elegant Car Of Show“ und der Bentley Drivers Club als „Best Built Crewe Car” (Standort der Bentley Manufaktur) sowie als “Best Bodied Car”. Eine Auszeichnung für sich ist zweifelsohne auch seine Nominierung für den „Concorso d’Eleganza Villa d’Este“.

Tatra Typ 87 Vorstellung

Das Internationale Design-Museum in der Münchener Pinakothek besitzt neben dem auf Schloss Bensberg gezeigten Exemplar noch ein zweites, das regelmäßig bei Oldtimer Rallyes und anderen Veranstaltungen bewegt wird. Der sehr eigenwillig geformte Hecktriebler mit V8-Motor bringt den für eine große Limousine exzellenten cw-Wert von 0,36. Und so genügen die 75 PS, um den Wagen bis auf 160 km/h zu beschleunigen. Er ist allerdings nicht ansatzweise so selten anzutreffen wie der vorgenannte Bentley; immerhin wurden zwischen 1936 und 1950 insgesamt 3.023 Exemplare gebaut.

Maserati 3500 GT Spyder

Das 100jährige Firmenjubiläum veranlasste Dr. Paefgen, Besitzer Heiko Seekamp zu bitten, gerade diesen Maserati aus seiner Sammlung mit nach Bensberg zu bringen. Der von Giovanni Michelotti gezeichnete Spider entstand bei der Carrozzeria Vignale und ist von einer zeitlosen Ästhetik geprägt. Mit 243 gebauten Exemplaren ist er etwa so selten wie der BMW 507. Heiko Seekamp faszinieren an seinem Exponat deshalb auch besonders die außergewöhnliche  Farbe sowie die elegante Karosserie.

Bugatti Typ 27

Jury-Mitglied Henning Thomsen aus Dänemark war in der „offiziellen” Jurorenliste nicht genannt. Er wertete im Verborgenen und kümmerte sich um die fünf Fahrzeuge im Concours, aus deren Runde der Sieger der Sonderkategorie „Best Unrestored Condition“ gekürt wurde. Hierbei kommt es nicht auf den glänzenden Lack an, sondern auf Originalität – auch bei nicht nach außen sichtbaren Fahrzeugteilen. Und so stellte Herr Thomsen den Besitzern mit detektivischem Spürsinn ganz „unverfängliche“ Fragen, die darauf abzielen, auch die kleinste Abweichung vom Originalzustand zu ermitteln. Der hier gezeigte Bugatti Typ 27 ist so ein äußerst seltenes Beispiel durchgängiger Originalität – seit 1923!

Maserati 450S

Ich muss gestehen, dass die Auswahl der hier gezeigten Autos nicht immer ganz zufällig war. Dieser Maserati 450S startete in der Kategorie „Racing Cars Of The 1950s“. Sein Besitzer, der Schweizer Albert Spiess, erwarb den Wagen – übrigens neben Elvis Presley und Ann-Margret Star des 1964 gedrehten Rennfahrer-Films „Viva Las Vegas“ (Tolle Nächte in Las Vegas) – erst vor einem Jahr. Überhaupt machte dieses Fahrzeug überwiegend in den USA „Karriere“, war dort der große Gegner von Ferrari und galt 1956 als unbesiegbar. Sein 4,5 Liter-Motor ist der größte Maserati Frontmotor, der je gebaut wurde. Die Historie des 450S ist in einem eigenen Album eindrucksvoll sowie lückenlos dokumentiert und seine „Rundungen“ sind atemberaubend. Für mich ein echter Star, der es heuer leider nicht bis aufs Treppchen geschafft hat. Übrigens verfügt er auch über eine ganz normale Straßenzulassung.

Borgward Hansa RS 1500

Gleiches Baujahr wie der Maserati (1956), doch ungleich seltener (3 statt 11 Autos wurden gebaut), war er im letzten Jahr Sieger in der Kategorie „Best Unrestored Condition“. Alle drei Fahrzeuge existieren noch und trotzdem ist dieser ausgestellte Borgward einzigartig. Gebaut aus Aluminium, während seine „Geschwister“ aus Gewichtsgründen aus Magnesium gefertigt wurden. Sie wiegen gerade 600 Kg während er 20 Kilo mehr auf die Waage bringt. Während seiner Rennkarriere wurde er ständig optimiert und war zum Schluss mit seinem 1,5 Liter 4-Zylinder-Motor bis zu 260 km/h schnell. Ein weiterer optischer Unterschied zum Maserati fällt noch auf: der Borgward hat keine der in den USA vorgeschrieben Kopfstützen. Er wird noch heute im historischen Motorsport eingesetzt, zum Beispiel in Goodwood. Die technische Betreuung übernimmt dabei Tom Fischer Classic & Race Car Service aus dem bayerischen Brannenburg.

Nur die Besten der Besten wurden prämiert

Die Jury rollt an - stilgerecht im VW Bus T1 Samba

Die Jury rollt an – stilgerecht im VW Bus T1 Samba

Sämtliche Plätze auf den Liegestühlen an der Bühne waren vergeben. Die Fotografen hatten ihre Positionen eingenommen und die übrigen Schaulustigen scharten sich um die Rampe, auf die um 13:55 Uhr der Volkswagen Bus T1 Samba rollte und ein Jury-Mitglied nach dem anderen hervorbrachte. Sie hatten ihre Wahl getroffen und schritten nun – nach persönlicher Vorstellung seitens des Moderators – zu ihren Plätzen. Ihre Fleißarbeit war getan und jetzt galt es, die Sieger zu küren, denen noch eine letzte Aufgabe bevorstand: sie mussten aus eigener Kraft auf die Rampe fahren, um den Preis entgegenzunehmen. Wer das nicht schaffte, der sollte nämlich nicht prämiert werden. Zum Glück stand in den Bestimmungen nicht, dass sie auch aus eigener Kraft wieder von der Rampe herunterfahren mussten… sonst hätte einer der Preisträger seinen Pokal wieder abgeben dürfen.

Impressive Elegance – Prestigious Saloons (Pre-War)

Duesenberg SJ

… war die erste Klasse, die prämiert wurde. Den Preis – einen „schlichten“ Porzellanbecher der Manufaktur Fürstenberg – überreichte Sandra Kasky Button, seit 25 Jahren eine Schlüsselfigur beim Concours in Pebble Beach. Sieger in dieser Kategorie wurde der von einem gewaltigen 6,9 Liter Achtzylinder mit 320 PS angetriebene Duesenberg SJ (Baujahr 1933).

Open-Top Legends – Sporty Roadster And Convertibles (Pre-War)

Bugatti Typ 50

Hier fiel die Wahl auf den Bugatti Typ 50 (Baujahr 1931). Diesmal war es der niederländische Motorsport-Journalist und Autor Wim Oude Weernink, der den Preis an Dr. Thomas Bscher übergab. Der Bugatti gehört zu den nur 40 Fahrzeugen, die mit einem leistungsgesteigerten Motor (225 PS) sowie kurzem Chassis ausgeliefert wurden.

The Shade Of Speed – Early Aerodynamic Design

Tatra Typ 87 Siegerzeremonie

Jetzt trat Stefan Sielaff an zur Siegerehrung. Er studierte mit Stipendium der AUDI AG Design am renommierten Royal College of Art und leitet heute das Volkswagen Design Center in Potsdam. Der kompetenteste Juror – sobald es um Kriterien wie aerodynamische Gestaltung geht. Der Sieger wurde in diesem Artikel bereits vorgestellt, der Tatra Typ 87 (Baujahr 1941) aus der Münchner Pinakothek der Moderne.

Heavenly Icons – Rare Convertibles (Post-War)

Porsche 356 Pre-A Speedster Heavenly icons – rare convertibles (Post-War)

Auch hier fuhr als Preisträger ein alter Bekannter „aufs Treppchen“, der Porsche 356 Pre-A Speedster (Baujahr 1955). Heike Köppel und Ralf Ehlen nahmen den Preis in Empfang von Stephen Bayley, einem in der Londoner Design-Szene bekannten Autor, Kritiker und Kolumnisten.

Italian Beauties – Forgotten Italian Classics

Siata 140S Daina Sport

Diesen Preis konnte nur ein Juror glaubhaft übergeben: Andrea Zagato, in dritter Generation Chef der gleichnamigen italienischen Design-Schmiede. Die Auszeichnung ging an den Niederländer Dr. Hans Ribbens, der seinen Siata 140S Daina Sport (Baujahr 1952) präsentierte – den letzten gebauten Wagen dieses Typs.

Passion And Power – 100 Years Of Maserati

Maserati A6G - 2000 Frua Coupé

Im aktuellen Jubiläumsjahr des legendären Sportwagenherstellers musste so eine Kategorie einfach sein! Ausgezeichnet wurde ein Auto, dessen Kühlergrill einmal nicht das typische Maserati-Logo ziert: der Maserati A6G/2000 Frua Coupe (Baujahr 1955). Von diesem Fahrzeug wurden insgesamt nur vier Exemplare gebaut. Der Preis wurde überreicht von Christian Philippsen, Markenbotschafter von Louis Vuitton und als solcher Vorsitzender der Louis Vuitton Classic Awards.

The Magic Materials – Cars With Plastic Bodies

Studebaker Avanti R2

In dieser Kategorie wurde den Zuschauern eine besondere Überraschung präsentiert: ein Mercedes 300 SL als GFK-Coupé. Wer jetzt sofort an einen Nachbau denkt, der irrt jedoch. Vielmehr handelt es sich um ein Unikat, das von Mercedes versuchsweise gebaut wurde. Dagegen ist der prämierte Oldtimer fast ein Massenprodukt, denn von dem Studebaker Avanti R2 (Baujahr 1963) des Hamburgers Nicolas Eilken entstanden – in dieser Version mit dem leistungsgesteigerten 289-PS-Motor – 1.552 Exemplare. Das Design stammt aus der Feder des berühmten Industriedesigners Raymond Loewy, der neben Autos alles entwarf, was damals gebraucht wurde: von der berühmten Coca Cola-Flasche, Briefmarken, Rosenthal-Geschirr bis zu einer stromlinienförmigen Dampflokomotive. Der Avanti R2 sollte Amerikas einziges 4-sitziges Hochleistungsautomobil werden. Da die angestrebten Verkaufszahlen aber bei weitem nicht erreicht wurden, stellte Studebaker nach nur einem Jahr die Produktion ein.

Roaring 50s – Racing Cars Of The 1950s

OSCA 200 S

Natürlich wurde dieser Preis standesgemäß von einer Rennfahrer-Legende überreicht: Jacky Ickx, der zugleich demonstrierte, was man mit einem solchen Siegerpokal Sinnvolles anstellen könnte. Die Auszeichnung ging nach Deutschland an Michael Trössler und seinen O.S.C.A. 2000 S (Baujahr 1954). Eigentlich wäre ein O.S.C.A. ein Maserati, hätten die Brüder Maserati nicht zehn Jahre zuvor ihr Werk an den Industriellen Adolfo Orsi verkauft. Nach genau zehn weiteren Jahren gründeten sie selbst die Officine Specializzata Contruzione Automobili – oder kurz O.S.C.A. Von diesem leichten 2-Liter GT-Wagen existieren lediglich fünf Exemplare.

Wer bis dato noch keinen Preis abgestaubt hatte, konnte auf die 10 Sonderkategorien mit wertvollen Gewinnen der hochkarätigen Sponsoren hoffen:

Prewar Open

Alfa 8C

Die zwar formschöne, aber sehr staubempfindliche Trophäe ging an den Österreicher Egon Zweimüller mit seinem Alfa Romeo 8C 2300/2600 (Baujahr 1932/33). Der Alfa wurde einst von Erdmann & Rossi „eingekleidet“ und war im gesamten Concours der einzige Vertreter seiner Marke.

Postwar Open

Maserati 150 GT Spyder Postwar Open

Der Sieger dieser Kategorie wurde bereits vorgestellt: der einzigartige (im wahrsten Sinne des Wortes) Maserati 150 GT Spyder (Baujahr 1957) des Österreichers Andreas Mohringer. Der schlichte gläserne Pokal der Berenberg-Bank, der als Trophäe übereicht wurde, ist zumindest nicht so empfindlich und könnte auch als Blumenvase gute praktische Dienste leisten. Aber bekanntlich kommt es ja nicht immer auf die Art der Trophäe an, sondern darauf, den Sieg errungen zu haben. Obwohl dieser Faktor bei einigen Preisen durchaus anders gesehen werden könnte, aber darauf kommen wir später noch einmal zurück.

Postwar Closed

Cisitalia

In dieser Kategorie konnte sich die Gewinnerin Corinna Fendt über einen Pokal des Hauses Gerolsteiner freuen, der allerdings nicht ins Handgepäck passte. Sie nahm mit ihrem Cisitalia 505 F (Baujahr 1953) am Wettbewerb teil, von dem gerade zwei Stück gebaut wurden.

Best Unrestored Condition

Bester unrestaurierter Wagen - Bugatti Typ 27  von Dr Hugo Moddermann

Bester unrestaurierter Wagen – Bugatti Typ 27 von Dr Hugo Moddermann

Auch diesen Preiträger kennen wir schon: den tatsächlich im Originalzustand präsentierten Bugatti Typ 27 „Brescia Modifiée“ (1923) von Dr. Hugo Moddermann. Ebenfalls im Originalzustand befand sich die Siegertrophäe des Sponsors Leica: eine Leica M8-Kamera.

Most Attractive Prewar Design

Rolls Royce Wraith

Im Gegensatz zu den typischen Rolls Royce, die von einem Chauffeur bedient wurden – derweil die Herrschaften im (oft abgetrennten) Fond die Aussicht genossen, war der Sieger dieser Kategorie, der Rolls-Royce Wraith (Baujahr 1939) für den Herrenfahrer konstruiert. Das elegante viersitzige Coupé wurde auch schon beim Concours in der Villa d´Este in seiner Klasse gekürt.

Longest Journey To Bensberg

Mercedes-Benz 300 S Cabriolet

Neben der Glastrophäe für den Sieger in der Kategorie für die weiteste Anreise, bekam Dr. Freischem von seiner Begleiterin zunächst den einen oder – für die Foto-Journaille – anderen Kuss aufgedrückt. Von wo aus die Zwei anreisten, wurde zwar vom Moderator verschwiegen, doch laut Nummernschild kamen sie mit ihrem Mercedes-Benz 300 S Cabriolet (Baujahr 1952) aus Starnberg, nach Google Maps ca. 590 Kilometer entfernt. Für die endlos lange Rückfahrt gab es noch eine Magnum-Flasche Champagner des Sponsors „Veuve Clicquot“.

Dann nahte der von allen Anwesenden mit Spannung erwartete Höhepunkt: die Auszeichnung der Titelträger in den Kategorien „Best Of Show“, wobei es einen Jury- und einen Publikumspreis zu verteilen gab.

Best Of Show By Public

Porsche 356 Pre-A Speedster – best of show by public

Die Sieger sind alte – beinahe schon liebgewonnene – Bekannte: Unabhängig von einer professionellen Jury-Meinung wurde schlichtweg der schönste Oldtimer der Veranstaltung gekürt – von allen teilnehmenden Besuchern sowie völlig unabhängig davon, wie selten oder wertvoll das gute Stück ist. Gewählt wurde der Porsche 356 Pre-A Speedster (Baujahr 1955) von Heike Köppel und Ralf Ehlen. Und sie bekamen damit auch noch einen Preis, für den die meisten der „Ausgezeichneten“  gern ihren Becher oder Pokal eingetauscht hätten: eine Kreuzfahrt auf der „Europa II“. Herzlichen Glückwunsch und gute Reise! Unsere Veranstaltungsneulinge haben tatsächlich drei Preise eingeheimst – mehr geht nicht! Übrigens kursieren seitdem Gerüchte, ob sie wohl zukünftig von Events dieser Art ausgeschlossen werden sollen, damit die anderen Teilnehmer auch eine Chance haben…

Best Of Show By Jury

Maserati 150 GT Best of Show by Jury

Die „Königsdisziplin” – der Beste der Besten, Sieger aller Kategorien – wurde zum Abschluß standesgemäß gefeiert: Feuerwerk und Konfetti-Regen für das Fahrzeug nebst Besitzer, den Maserati 150 GT Spyder (Baujahr 1957), der hier bereits  anfangs vorgestellt wurde. Dr. Paefgen und Jacky Ickx überreichten gemeinsam den Pokal an Andreas Mohringer, der sich neben der zweiten Auszeichnung auch über eine besondere Uhr des Sponsors Chopard sowie eine Magnum-Flasche Champagner freuen durfte. Beides passte sicher noch in den geräumigen Kofferraum des altehrwürdigen Boliden…

Wir schreiben Sonntag, den 20. Juli, 15:05 Uhr deutscher Sommerzeit. Die Besucher haben noch 55 Minuten Zeit, sich die Concours-Teilnehmer anzuschauen. Auch wir Hamburger sagen „Tschüss bis zum nächsten Mal“! Und unser – unprämierter – Morgan wird uns diesmal ausnahmsweise über die Autobahn nach Hause zurückbringen