Start der Rennmotorräder ab 350 ccm

Start der Rennmotorräder ab 350 ccm

Es war das 14. Hamburger Stadtpark Revival – doch die Veranstaltung hat eine deutlich längere Tradition. Erstmalig 1934 als reines Motorradrennen ausgetragen, kamen bereits 1938 Autoklassen hinzu (siehe letztjähriger Artikel, in dem die Historie ausführlicher aufbereitet wurde: http://classic-cars-news.de/stadtpark-revival-2014-le-mans-hamburg/).

Die beiden einzigen Margan unter den Teilnehmern

Die beiden einzigen Margan unter den Teilnehmern

In altbewährter Vorgehensweise gab es wieder am Samstag und Sonntag die gleiche Reihenfolge – jeweils am Vormittag und am Nachmittag Rennen in allen 13 Klassen. Eigentlich fuhren die Akteure sogar in 16 Klassen, da einige Felder aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen geteilt werden mussten.

Eines der Pace Cars

Eines der Pace Cars

Die meisten Läufe (10) waren sogenannte Demo-Läufe. Bei denjenigen, die an den Gleichmäßigkeitsprüfungen teilnahmen, wurden die zwei besten der ersten drei Läufe gewertet. Die Ehrung aller Sieger fand am Sonntag in der Mittagspause statt, damit möglichst viele Besucher daran teilhaben konnten. Denn die Tage im Stadtpark sind lang: Um das komplette Programm durchziehen zu können, starten die Ersten jeweils morgens um 08:30 Uhr und die Letzten planmäßig um 19:20 Uhr. Die Ergebnisse können auf der Homepage des Veranstalters eingesehen werden: http://www.motorevival.de/teilnehmen/download-revival.html

Renngespann Norton Manx M 30 von 1955

Renngespann Norton Manx M 30 von 1955

Aber was heißt bei Oldtimern schon planmäßig… Zwischen den 10-minütigen Läufen sind jeweils 6 Minuten Pause einkalkuliert. Zeit, die die vielen Helfer auch dringend brauchen. Denn manche der Veteranen sind schon etwas inkontinent und verlieren auf der Runde Öl, das mit Streumittel gebunden und von der Strecke entfernt werden will. Oder die Teilnehmer müssen nach dem Lauf von den „Lumpensammlern“ aufgegabelt werden, weil die betagte Technik streikt. Das ist allerdings noch die harmlose Variante… Obwohl weitgehend gesittet gefahren wurde, machten doch einige Piloten unliebsame Bekanntschaft mit den großzügig um die Strecke verteilten Strohballen, die anschließend repariert oder ausgetauscht werden mussten. Das kostet halt etwas Zeit.

Jaguar E-Type Serie III von 1973

Jaguar E-Type Serie III von 1973

Das man dabei als Pressevertreter durchaus gefährlich lebt, habe ich am eigenen Leib erfahren, als Christian Köpf mit seinem 72er Escort 1300 GT am Ende der „Gegengrade“ (Saarlandstraße) vor der Rechtskurve den Bremspunkt verfehlte und geradeaus sowie fast ungebremst in die Strohballen raste – keine zwei Meter neben mir. Zuerst das Wichtigste: Dem Fahrer ist nichts passiert. Der Wagen lässt sich sicher wieder zurechtflicken…

Der bedauernswerte Escord 1300 GT

Der bedauernswerte Escord 1300 GT

Zwischendurch noch ein paar Sonder- und Sponsorenläufe – teilweise mit äußerst hochkarätiger Besetzung, besser gesagt Besatzung. So gab sich z.B. der neunmalige Le Mans Champion Tom Kristensen die Ehre und ging beim Audi-Sonderlauf mit einem Auto Union Doppelkompressor Typ D an den Start – begleitet vom DTM Audi A5 Pace Car und einem Audi 80 Rallye Gruppe 2 von 1979, der übrigens gegen das Pace Car keine Chance hatte.

Audi A 5 DTM-Pace Car

Audi A 5 DTM-Pace Car

Den Typ „D“ Silberpfeil wollte ich am Sonntagvormittag ablichten. Leider konnte er aufgrund von Getriebeproblemen nicht antreten. Das war auch insofern schade, als gerade dieser Wagen eine besondere Verbindung zum Hamburger Stadtparkrennen hat. Aber so hatte Tom Kristensen wenigstens Zeit für ein ausführliches Interview durch den Streckensprecher. Der legendäre Georg (Schorsch) Meier stellte 1939 mit diesem Fahrzeug und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 142,9 km/h einen historischen Streckenrekord auf, der schon deshalb nicht unterboten werden kann, weil es das alte Streckenlayout nicht mehr gibt. Außerdem sind die langen Geraden jetzt durch Schikanen aus Strohballen eingebremst. Damals galt der Hamburger Stadtkurs als Deutschlands zweitschnellste Rennstrecke!

Porsche 918 Hybrid

Porsche 918 Hybrid

Porsche präsentierte zwei Exemplare seines neuen Supersportwagen Typ 918 Hybrid, die es auf eine Systemleistung von 887 PS bringen und dem bedauernswerten Porsche 911 GT3 so um die Ohren fuhren, dass nur die Frage blieb, ob sie ihn auf dem 1,7 Kilometer-Kurs überrunden würden. Es hat nicht ganz gereicht.

BMW 319 Spezial - siehe Fahrbericht im Blog

BMW 319 Spezial – siehe Fahrbericht im Blog

Eine solche Veranstaltung kann natürlich nicht ohne die tatkräftige Unterstützung von Sponsoren durchgeführt werden, die sich auch 2015 wieder vielfältig einbrachten: Präsentation in Sonderläufen; Stellen des Streckenfahrzeugs, das zwischen den Läufen den Kurs überprüft, damit das nächste Rennen gestartet werden kann; omnipräsente Darstellung in Bandenwerbung und Programmheft; oder – und deshalb möchte ich es erwähnen, Bereicherung des Starterfeldes in etlichen Klassen durch zahlreiche hochinteressante Fahrzeuge. Gemeint ist hier das Automuseum Prototyp, das „schnellste Museum der Stadt“, das sechs Boliden nicht nur in seinem Zelt ausstellte, sondern zudem an den Start schickte: Infos auch im Blog unter http://classic-cars-news.de/klassiker-der-speicherstadtdas-automuseum-prototyp/

Wagen des Automuseums Prototyp auf der Strecke

Wagen des Automuseums Prototyp auf der Strecke

Der Publikumsandrang war besonders am Sonntag wieder gewaltig – ohne dass ich genaue Zahlen kenne. Aber das Geschiebe rund um den Kurs gestaltete sich schon heftig. Am Samstag ließen sich zahlreiche Interessierte sicher noch von den teilweise heftigen Niederschlägen abhalten, die speziell am Vormittag über Besucher und Teilnehmern niedergingen.

Regenreifen waren von Vorteil

Regenreifen waren von Vorteil

Das hinderte die meisten Piloten aber nicht daran, an den Start zu gehen – egal wie offen ihr Auto war. Entschädigt wurden sie dafür am Sonntag mit einem strahlenden Sonnentag, der eigentlich für dieses Event kennzeichnend ist und die Veranstaltung seit Jahren begleitet. Ich war heuer das fünfte Mal dabei und hatte solche Niederschläge noch nicht erlebt.

Mal sehen, wie es im kommenden Jahr aussehen wird, wenn mit dem 15. Hamburger Stadtpark Revival wieder mal ein kleines Jubiläum ansteht…

Audi Quattro Sport S1 E2 von 1985

Audi Quattro Sport S1 E2 von 1985